SPD geht bei Elektromobilität in die Offensive

U.a. im Parkhaus der Emsgalerie ist bereits eine Ladesäule vorhanden.

Fast 20 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland geht auf den Straßenverkehr zurück. Neben der Stärkung des Fuß- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Personennahverkehrs ist die Elektromobilität eines der wichtigsten Bausteine in der Verkehrswende hin zu einer klimafreundlicheren Mobilität. Die SPD-Stadtratsfraktion sieht dabei die Notwendigkeit, die Ausbaugeschwindigkeit zu erhöhen. Im Sinne des Leitsatzes „global denken, lokal handeln“ gehen die Sozialdemokraten nun mit Vorschlägen zum kommunalen Ausbau der Elektromobilität in die Offensive.

„Mit einem Masterplan Elektromobilität wollen wir den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen und den Klimaschutz und die Lebensqualität durch weniger CO2-Ausstoß, weniger Stickoxide und leisere Mobilität verbessern“, erklärte der Sprecher für Umwelt und Klimaschutz Dominik Bems den Vorstoß der SPD. Neben dem Masterplan, der mit einer breiten Bürgerbeteiligung entstehen soll, schlagen die Sozialdemokraten selbst bereits Einzelmaßnahmen vor.

„Kern unserer Vorschläge für Einzelmaßen sind die Stärkung der Ladeinfrastruktur und ein dezentrales E-Carsharingsystem“, machte Ratsmitglied Elke Rochus-Bolte deutlich. Für den Ausbau an Ladesäulen sollen in allen Parkhäusern, Tiefgaragen sowie allen beschrankten und unbeschrankten Parkplätzen, die durch die Stadtwerke bewirtschaftet werden, öffentliche Ladesäulen zur Verfügung gestellt werden. Bei Nahversorgern soll mit den Supermarktbetreibern darüber gesprochen werden, inwieweit sie selbst oder die Stadtwerke auf den Parkplätzen mindestens eine Ladesäule installieren können. Bei zukünftigen Ansiedlungen von Nahversorgern soll mindestens eine Ladesäule eingeplant werden. Auch gegenüber Unternehmen in Gewerbe- und Industriegebieten soll angeregt werden, Ladesäulen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Gäste anzubieten.

Ein Leihsystem für E-Autos und E-Bikes soll, so die Sozialdemokraten, dezentral in den Stadtteilen entstehen. „Für uns ist das Sharingmodell an der Gisèle-Freund-Straße ein positives. Dort werden Mobilitätsangebote auf dem Grundstück der Wohnungsgesellschaft angeboten“, sagte Ratsmitglied Volker Brauer. Ein solches Angebot sei auch in Verbindung mit anderen Projekten der Wohnungsgesellschaft, beispielsweise in der Eschendorfer Aue, denkbar.

Als sehr positiv empfindet die SPD-Fraktion die Anschaffung von Elektroautos der Stadt Rheine. „Wir wollen diesen Weg weitergehen und alle Fuhrparks – auch der Tochtergesellschaften und den Stadtbus – auf regenerative Antriebstechniken umrüsten“, verdeutlichte der Vorsitzende des Bau- und Mobilitätsausschusses Karl-Heinz Brauer. Dabei sei neben klassischen Elektro-Fahrzeugen auch Brennstoffzellentechnik mit Wasserstoff zu prüfen, so Brauer.

Bei allen Angeboten sei es wichtig, dass es eine Vernetzung mit anderen Mobilitätsformen wie dem Fahrrad und dem Stadtbus gäbe. „Auf das eigene Auto verzichtet man nur, wenn andere Mobilitätsformen zur Verfügung stehen und es kurze Wege zur Nahversorgung u.a. mit Lebensmitteln und Ärzten gibt“, erklärte Dominik Bems abschließend.

Unser Antrag mit allen vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen:

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